Peter Hölscher mit Dietmar Bonnen und Michael Rüsenberg

Der Klangkünstler Peter Hölscher (Mitte) lockte mit seinen außergewöhnlichen Skulpturen immer wieder in den Schweinestall nach Garath. Dort hat er ausreichend Platz für seine Installationen. Bis August muss er ein neues Atelier gefunden haben.      
Foto: GÖTTERT

Neues Atelier gesucht

GARATH „In die Puschen kommen” muss im kommenden Jahr auch Künstler Peter Hölscher. Weniger in künstlerischer Hinsicht als im Hinblick auf die Suche nach einem neuen Atelier. Sein bisheriges Kreativ-Domizil, der Schweinestall des Garather Schlosshofs, soll abgerissen werden. Hölscher erhielt bereits die Kündigung des Pachtvertrags, die als Frist den 30. August bestimmt. „Mündlich wurde mir jedoch ein weiteres Nutzungsrecht bis Februar 2009 zugesichert”, sagt Peter Hölscher.

Das atmosphäreträchtige Stallgebäude, auf dessen Boden noch heute die Anordnung der Schweinekoben erkennbar ist, soll einer neuen Halle für die Holztrocknung Platz machen. „Es tut mir auch leid, aber es ist nun mal so, dass ich für den holzwirtschaftlichen Betrieb diese Halle dringend brauche, und der ehemalige Schweinestall ist nun mal das einzige Gebäude des Hofensembles, dass nicht unter Denkmalschutz steht”, erklärt Dankwart von Dörnberg. „Wir hatten über die Jahre ein gutes Verhältnis und es ist nicht so, dass wir jetzt im Streit auseinander gehen”, fügt der Pächter des Garather Schlosshofs noch hinzu, der hinsichtlich seines Projekts noch keinen entsprechenden Bauantrag gestellt hat.

Ursprünglich lebten 400 Schweine im Stall des Schlosshofes, ehe eine Erkältung dem Borstenvieh den Garaus machte. 1991 bemühte sich Hölscher, studierter Grafik Designer und damaliger Kopf der Künstlergruppe „Schwerkraft”, um den Bau zur Nutzung als Kunstatelier. Zur Gruppe zählten damals noch Ronald Gaube sowie Carsten Tiemessen. Dank des langfristigen Pachtvertrages (zunächst zehn Jahre) mit der Gutsverwaltung war das Kulturamt der Stadt bereit, die bauliche Verwandlung eines Schweinestalls in ein Künstleratelier finanziell zu unterstützen.

Platz für Klangskulpturen
Als Künstler hat sich Hölscher vom skulpturalen Design zu bespielbaren Klangskulpturen weiter entwickelt. Zudem arbeitet er auch im Bereich Fotografie. Die „hering"-Veranstaltungen, Klangkunst zwischen Experiment und Selbsterfahrung, zogen regelmäßig zahlreiche Gäste in die ländliche Abgeschiedenheit. „Ich brauche möglichst viel Platz für möglichst wenig Geld”, bringt Hölscher seinen Atelierwunsch auf den Punkt. „Sofern ich für mich allein etwas finde, reichen rund 100 Quadratmeter Werkstattfläche, wo ich meine Klangskulpturen fertigen kann”, fügt er hinzu. Doch Klangkunst-Veranstaltungen mit Publikum ließen sich dann nicht mehr realisieren, „hering” würde vermutlich den Rhein aufwärts nach Köln schwimmen. „Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass es vielleicht irgendwo hier eine Industriebrache gibt, die ebenfalls atmosphärisch Außergewöhnliches ausstrahlt, wo dann auch wieder „hering” stattfinden könnte”, so Hölscher.

Bernd Schuknecht (Rheinische Post)