Am Montagmorgen waren die Motive aus. Die Ausstellung rückte unerbittlich näher, keine Ahnung, wo so schnell neue herkommen. Überall, wo ich die Kamera hinhielt, suppte sich eine braune fettige Soße zusammen. Es dauerte eine Weile bis ich meinen Augen wieder traute, es war ohne Frage ein Hinweis des Schicksals, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu deutlich – und auch etwas zu braun, der Ton erinnerte mich an nichts Gutes. Eigentlich hätte ich mir schon gewünscht, die Aussage in die eine oder andere Richtung deuten zu können, aber hier war einfach Essig, nichts mehr. Dann eben ohne Kamera, das Format war klar – wie das Glas der Diarähmchen, die schon seit Tagen auf meinem Leuchttisch nach Inhalt suchten. Ich packte also alles hinein, was so rumlag, gar nicht übel, nur irgendwie nicht wirklich Fotografie.
Als ich die erstaunten Besucher fotografieren wollte, fiel mir auf, dass ich statt des Teleobjektivs das Glas Latte Macchiato aufgeschraubt hatte, das ich am Abend zuvor in meinen Koffer gekippt haben musste.