Die Bilder waren so schnell weg wie sie gekommen waren. Der Fernseher hatte sich entschlossen, selbst die Regie zu übernehmen. Er war ja auch schon über achtzehn Jahre alt; immer nur das spielen, was man vorgesetzt bekommt, konnte ihn nicht mehr befriedigen. Sinnlos, die Lindenstraße schauen zu wollen, für einen neuen war kein Geld da. Ich konnte mich aber nicht damit abfinden, die wahllos gezappten Schnitte unbeeinflusst hinnehmen zu müssen. Über die Geschwindigkeit gab es offensichtlich keine Diskussion, er war immer schon ein sehr temperamentvoller Fernseher gewesen, ich hatte ja auch immer viel Freude daran, in seine Röhre zu schauen, nun musste ich etwas zurückgeben. Wir konnten uns darauf einigen, dass er wenigstens Filme gleichen Genres für seine Eskapaden aussuchte, Lindenstraße lehnte er jedoch rundweg ab. Dafür sicherte er mir aber zu, regelmäßig ultrakurze Zusammenfassungen in schriftlicher Form an meinen Rechner zu schicken. Guter Deal.