Cleaning Woman I

Blonde mit schmutzigen Gedanken hatte ja noch reichlich Platz in ihrem Oberstübchen, wenn da nur nicht immer diese Unordnung herrschen würde. Wie schön wäre es, endlich mal einen Gedanken zu haben, versuchte sie zu denken. Na, Blonde mit schmutzigen Gedanken, klappt's nicht? Dr. Elke, die abgebrochene Psychologie-Karrieristin hatte umgesattelt und ihre Chance klar erkannt. Blonde mit schmutzigen Gedanken brauchte dringend eine Gehirnwäsche.

Staub wischen reicht au …, versuchte Blonde mit schmutzigen Gedanken abzuwiegeln, die schon Meister Proper durch ihr Hirn feudeln sah. Zu spät, macht € 15,– die angefangene Stunde, zahlbar sofort. Dr. Elke machte keine halben Sachen; als akademisch vorgebildete Raumpflegerin, wissenschaftlich unterfüttert, zog sie ein Konzept jeweils bis zu Ende durch, auch wenn es – wie hier – nur der Gehörgang von Blonde mit schmutzigen Gedanken war – bar jeden Widerstands.

 

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Balance-Akt

Blonde mit schmutzigen Gedanken stöckelte staks die äußerste Bordsteinkante entlang – ihre Lieblingsbeschäftigung, in der sie es über die Jahre zu einiger Meisterschaft gebracht hatte. Gekonnt hatte sie sich immer auf einem Absatz um 97° gedreht, um den Freiern halb über die Schulter auf's Volant zu blinzeln: »Na, wie wär's mit uns, Kleiner?«

Diese Mal kam die Ansprache nicht so gut beim Fahrer an, der trotz seiner geschätzten Volljährigkeit und einer doppelten Lage Sofakissen gerade so über das Lenkrad sehen konnte. Eingeschnappt nudelte er flugs die elektrische Verglasung der Beifahrerseite zu und stellte sich auf's Gas.

Eingeschnappt war auch der Saum von Blonde mit schmutzigen Gedankens Wickelkleid, welches dieselbe nun in Gegenrichtung kreiselte und schließlich mitsamt dem Kleinen flatternd in Richtung Horizont verschwand, bis sie selbst im Freien stand …

 

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Cleaning Woman II

Blonde mit schmutzigen Gedanken hatte einen Knoten im Ohr. Ihr Gedächtnis funktionierte noch ganz gut, nur konnte sie sich einfach nicht erinnern, woran sie der Knoten erinnern sollte. Versonnen kramte sie am Ohr, als sie sich langsam des Matrials bewusst wurde: Stoff, das war nicht ihr Ohr, hmm: auf der anderen Seite auch Stoff – aber ohne Knoten.

Nach einer einzigen Weile fasste sie Mut und zog am Zipfel, komisch nur, dass es auf der anderen Seite wehtat. So zog sie am Knoten und hatte bald den Aufnehmer Dr. Elkes in der Hand. Sie dachte sofort einen Gedanken, der sich aber bald wieder verzog.

Indes zerstreute Dr. Elke selbst den Vedacht, dass ihr Arbeitsgerät gestohlen worden sei.