Herr Hölscher war damals ins Entwicklerbad der väterlichen Reproanstalt gefallen – sein Schicksal damit
besiegelt. Gott sei Dank hatte er vor drei Jahren am Säuglingsschwimmen teilgenommen und so war es ihm ein Leichtes
die Fixierlösung ohne viel Getränk zu erreichen. Dennoch: es gab kein Zurück. Die paar Tropfen in Verbindung
mit seiner Hirnflüssigkeit hatten zur Folge, dass sich jeder Eindruck in ein Bild auf seiner Mattscheibe entwickelte. »Wollte
ich mal hinhängen«, kommentierte der 4-Jährige in einem Interview seine erste Ausstellung in einem Sandkasten
in Düsseldorf-Oberkassel, die aber niemand sehen konnte, es sei denn er hätte Gedanken lesen können. […]
Die „Halbe Wand“ war eine gute Gelegenheit nun endlich der Menschheit zu zeigen, was er da über die Jahre
mit sich herumgeschleppt hatte. Er dachte ein paar Konzertbilder, schloss sie an den nächsten Drucker an, der das
konnte und dachte – es wurden 4:
»Herr Heupel hatte sich die Seele aus dem Leib gespielt, keine Chance«
»In Stunde 36 des Klaviermarathons ging das Licht im Ballsaal wieder an«
»Herr Aigui war wirklich sehr nahe dran«
»Nur der Samt war nicht blau, aber sonst stimmte alles«
Na ja, ganz so scharf sind seine Erinnerungen dann doch nicht mehr gewesen, zumindest aber sehr bewegt. Sollte er deswegen
nur 2 aufhängen? Außerdem war ihm nicht klar, ob er die Hochformate quer und die Querformate hoch durchsägen
sollte oder umgekehrt. Er packte also alle ein – ganz. »Soll das doch die „Halbe Wand“ entscheiden«,
murmelte er leicht verwirrt vor sich hin.