Kein Schnaps für Anna

Dr. Eisenbart würde eine reichlich unruhige Woche verleben. Ben und seine Freunde hatten sich zu einer Pilgerfahrt ins schöne Hann. Münden aufgemacht. Anna hatte nämlich einen ziemlich bösen Haarspitzenkatarrh und einen gewöhnlichen Arzt ließ sie ja nicht an sich heran – wie Geweihte wissen.

Das Elixier des vergangenen Quacksalbers hatte allerdings eine andere Wirkung als geplant. Die Zahnschmerzen waren flöten, die Kräuter des Gesöffs der Anna aber in die Hirse gestiegen, wo sich – auch durch den Alkohol unterstützt – längst vergessene spirituelle Fähigkeiten materialisierten. Sämtliche Geister der Stadt, eben noch den Schlaf Dornröschens in den vergessenen Baudenkmälern der Stadt schlafend, waren im Nu wach geküsst und bester Laune.

Da waren plötzlich Lieder zu sehen, als müsste man Kerzen aufstellen, um sie zu hören, Bilder zu hören, als wehten sie vom Sturm der Besucher durch den Raum. Die Sache ging wohl gut aus, sehr gut, standing ovations mit gerührter Unterbrechung. Nur Myers hatte was abbekommen; „Kriegen wir wieder dran“, beruhigte ihn Ben.

Der Doktor hatte große Mühe, die Ruhe wieder herzustellen, wenn es überhaupt gelang. Ben und seine Freunde jedenfalls waren bereits auf dem Weg zu neuen Abenteuern.