adagio ad libitum II

»ad libitum« ist die Ausstellung von Klangskulpturen (im Altarraum) und den davon aufgenommenen Klangbildern (großformatige Projektion) von Peter Hölscher. Mit diesen Klangskulpturen können durch Mechaniken in ihrem Inneren – elektronisch abgenommen – Klänge erzeugt werden, die der Künstler während des Baus fotografiert. Diese Klangbilder sind die einzige Möglichkeit, eine Idee vom Innenleben, vor allem aber einen visuell wahrnehmbaren Klang des Objekts zu bekommen. Hölscher interessieren besonders die fließenden Übergänge zwischen den verschiedenen Disziplinen der Kunst. Schon in der Sprache wird deutlich, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt, als Beispiel sei hier nur das Wort Klangfarbe genannt, das in jeder Kunstform seine Bedeutung hat.

Die Komposition »adagio« für Tasteninstrumente von Dietmar Bonnen (während der Ausstellung als Klangintallation zu hören) unterstreicht die Zusam-mengehörigkeit der Disziplinen. Sie entstand im Februar 1995 in Paris. Das Stück hat zu tun mit Schleifen, Kreisen, Kugeln, Wiederholung und Variation. Es bezieht sich auf Erik Saties musique d‘ameublement, John Cages number pieces, Brian Enos ambient music und Olivier Messiaens Musik für Orgel und Ondes Martenot in Verbindung mit dem Klang des Musette-Akkordeons.

»adagio ad libitum« ist die Synthese der Arbeit beider Künstler, die zeigt wie sehr die Bildende Kunst und die Musik zusammenklingen. Bis zum letzten Tag der Ausstellung waren die Klänge der Skulpturen selbst nicht zu hören, aber eben zu sehen. Erst am Sonntag, den 14. Oktober um 15:00 Uhr wurden sie in der Ägidienkirche in einem Konzert mit verschiedenen Kompositionen von Musikern aus Köln und Düsseldorf live bespielt – Zeit genug, sich die Klänge vorzustellen.

Die Mitwirkenden des Konzerts waren:
Susanne Hille – Gesang, Klangskulptur; Dietmar Bonnen – Komposition, Kirchenorgel, Klangskulpturen; Andreas Schilling – Komposition, Bass, Klangskulpturen; Lothar Burghaus – Klarinetten, Saxofone, Klangskulpturen; Peter Hölscher – Komposition