Blechschaden

Erst kurz vor zwölf hab ich dann verstanden, worum es überhaupt ging. Ich hatte Photoloft für Kölschen Dialekt gehalten, die Einladung längst verklüngelt. Klang aber interessant und irgendwie auch bekannt, eben ein guter Name für etwas, das man verkaufen will; obwohl – ich brauchte im Moment kein Photoloft, mein ganzes Geld war soeben für eine neue Kamra draufgegangen. Fahr ich also mal hin, dachte ich so bei mir. Im Stau nach Köln kamen mir so einige Assoziationen, was Photoloft denn sein könnte. Loft, Loft, Loft, vielleicht Luft? Luft konnte ich mir in Kölsch noch am ehesten als Loft vorstellen.

Dirk hatte Ben und seine Freunde ganz schön auf den Leim geführt: »Wenn ihr Popstars werden wollt, müsst ihr als Garagenband anfangen. Dann kommt ein Agent vorbei, entdeckt euch und das süße Leben kann losgehen.«

Der Agent kam natürlich nicht. Nach 45 Minuten Konzert hatten sie die Nase voll und zogen sich hinter das Garagentor zurück. Als sie es wieder öffneten, um enttäuscht nach Hause zu gehen, stürmte ein Horde wild gewordener Antiautoritärer auf sie ein, kreischte »Mach mir den Dino«, klapperte, und kloppte an ihnen herum, bis sie sich endlich einigermaßen angeschlagen befreien konnten.

So leichtfertig würden sie nicht wieder zusagen, wenn ihnen jemand einen Floh ins Ohr setzte. Statt Ruhm und Reichtum mussten sie nun auch noch das Lehrgeld selbst zahlen.